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Verzeichnisdienste haben in der heutigen IT-Landschaft
eine zentrale Stellung eingenommen und sind in einer über zahlreiche
Standorte verteilten IT nicht mehr wegzudenken. Auch die Schulen eines
Schulträgers erinnern in ihrer Struktur mehr und mehr an verteilte
Firmenstandorte. So lassen sich Verzeichnisdienste auch in den Schulen sinnvoll einsetzen.
Um Lehrkräften die Administration von It-Diensten zu erleichtern,
hat das SchulSupport Zentrum den Schülerkontenmanager - die intuitive Webschnittstelle zu
Verzeichnisdiensten - entwickelt. Lehrkräfte können so IT-Dienste für die Schüler
selbstständig und in einfacher Weise administrieren bzw. steuern.
Situation an den Schulen
Zur Zeit sind die meisten Schulen vernetzt bzw. werden in naher Zukunft
mit einem modernen Netzwerk ausgestattet. Jedoch wird diese Infrastruktur
nur in den wenigsten Fällen überhaupt genutzt, hauptsächlich
aufgrund der Komplexität der Administration.
Meist werden lediglich einfache Netzwerke mit Arbeitsgruppen betrieben,
bei denen Schüler- und Lehrer-Konten entweder auf jedem System einzeln
angelegt werden müssen oder es müssen alle Schüler einer
Klasse ein Klassen-Account gemeinsam nutzen.
Dienste wie eMail werden von den Lehrkräften über externe Freemailer
wie GMX, Hotmail und Co. vereinzelt für die Schüler eingerichtet
und hängen nur von dem freiwilligen Einsatz der Lehrkräfte ab. Eine temporäre
Sperrung des Internet-Zugangs für Schüler kann in der Regel
nicht vorgenommen werden und Benutzerprofile auf dem Server stellen die
Ausnahme dar.
Gründe dafür liegen eindeutig in der Überforderung der
Lehrkräfte bei der Administration von Computern und Netzwerken mit
den herkömmlichen Werkzeugen. Dem Lehrpersonal kann es nicht zugemutet
werden, sich neben einem vollen Arbeitspensum noch zusätzlich in
die komplexe Bedienung solcher Systeme und den Aufbau von Netzwerken einzuarbeiten,
da es einerseits an Zeit, andererseits an Know-How fehlt.
Verzeichnisdienste an Schulen
Im Rahmen eines Forschungsprojektes der FH Gelsenkirchen unter Leitung
von Prof. Dr. Andreas Cramer und in Zusammenarbeit mit dem Referat Schule
der Stadt Gelsenkirchen werden die Einsatzmöglichkeiten der Verzeichnisdienste
an den Schulen in Gelsenkirchen erforscht und deren Einsatzfähigkeit
erprobt.
Hierzu werden die verschiedenen Standorte der Schulen mit einem zentralen
Supportzentrum über VPNs verbunden, so dass zentrale Dienste wie
Mail, Webservice dort gehostet und lokale, bandbreitenhungrige Dienste
wie Internet-Proxy, Dateiserver und Domänenkontroller (Authentifikation
in Windows-Netzwerken) in den Schulen lokal gehalten und doch zentral
wie lokal administriert werden können. Abb.1 zeigt einen schematischen
Aufbau der Infrastruktur.

Abbildung 1 Beispiel einer Netzwerkinfrastruktur zwischen dem Supportzentrums
und eines Schulträgers(vergrößern)
Einfache Administration von IT-Diensten
Schwerpunkt der Entwicklung liegt in einer einfach zu bedienenden Webschnittstelle
zu den Verzeichnisdiensten, welche es den Lehrkräften in den Schule
ermöglichen soll, gewisse IT-Dienste für die Schüler selbstständig
und in einfacher Weise administrieren bzw. steuern zu können.
Hintergrund dieses Vorhabens ist es, den 2nd-Level-Support des Supportzentrums
durch die, von den Lehrkräften vor Ort (1st-Level-Support) viel effizienter
und schneller durchzuführenden Aufgaben zu entlasten, indem dem Lehrpersonal
Werkzeuge an die Hand gegeben werden, die die komplizierte Technologie
der IT-Dienste verstecken und einfach Bedienung ermöglichen.
Hierzu wurde ein Prototyp auf Basis von OpenSource-Komponenten entwickelt,
welcher den Lehrkräften eine einfache, intuitive Webschnittstelle zur Steuerung
diverser IT-Dienste wie bspw. E-Mail, Internet, Webserver und Fileserver
für Schüler, Lehrkräfte, Klassen und Kurse zur Verfügung stellt.
Abb. 2 zeigt den Prototypen.

Abbildung 2 Screenshot der Klassenverwaltung des Schülerkontenmanagers (vergrößern)
Über eine einfache Verwaltung der Schüler, Lehrkräfte,
Klassen und Kurse werden bei den unterschiedlichesten IT-Diensten Benutzer-Konten
und Gruppen angelegt und diese können dann durch einfach Klicks in
der Webseite gesteuert werden (bspw. Sperren des Internet-Zugangs eines
Schülers, Deaktivieren der Windows-Anmeldung für einen Schüler,
Herunterfahren eines Schüler-PCs usw.).
Um nicht jedes Schuljahr neue Schülerkonten und deren Klassenzugehörigkeit
von Hand anlegen zu müssen, können vorhandene Schülerdaten
aus den Schulverwaltungsystemen mittels Textdateien (CSV-Dateien) importiert
werden.
Das System bietet ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept, sodaß
Lehrkräften spezielle Aufgaben und Rollen zugeteilt werden können (bspw.
der Schul-Administrator legt Schüler an, der Kurse-Administrator
kann Schülern Kursen zuordnen usw.). Auch mehrere Rollen können
von einer Person angenommen werden bzw. zugeteilt werden.
Gegenwärtig wird die Möglichkeit evaluiert, die ersten Schulen
im Testbetrieb an Verzeichnisdienste anzuschließen und die Webschnittstelle
im Alltagsbetrieb zu erproben, um Erfahrungen für den weit reichenden
Einsatz in den Gelsenkirchener Schulen zu erhalten und Optimierungen sowie
Verbesserungen einfließen zu lassen.

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an:
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