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Verzeichnisdienste

 
kurz & bündig
Verzeichnisdienste dienen dem strukturierten und standardisierten Speichern von Informationen zu unterschiedlichen Objekten eines Netzwerks.

Informationen über Benutzer, wie Adressdaten, Benutzernamen, Passwörter und Berechtigung werden für alle Dienste eine Netzwerks einheitlich und zentral verfügbar. Konfigurationen für Netzwerkdienste, PCs und weiteren Komponenten werden in gleicher Weise zur Verfügung gestellt.

Somit müssen diese für den Betrieb eines Netzwerk notwendigen Informationen nicht mehr für jedes System einzeln, spezifisch und proprietär angegeben werden. Jeder Dienst und jeder Client bezieht seine Daten aus den Verzeichnisdiensten über wohldefinierte und standardisierte Schnittstellen wie LDAP (Lightweight Directory Access Protokoll).

Verzeichnisdienste haben in der heutigen IT-Landschaft eine zentrale Stellung eingenommen und sind in einer über zahlreiche Standorte verteilten IT nicht mehr wegzudenken. Auch die Schulen eines Schulträgers erinnern in ihrer Struktur mehr und mehr an verteilte Firmenstandorte. So lassen sich Verzeichnisdienste auch in den Schulen sinnvoll einsetzen. Um Lehrkräften die Administration von It-Diensten zu erleichtern, hat das SchulSupport Zentrum den Schülerkontenmanager - die intuitive Webschnittstelle zu Verzeichnisdiensten - entwickelt. Lehrkräfte können so IT-Dienste für die Schüler selbstständig und in einfacher Weise administrieren bzw. steuern.

Situation an den Schulen

Zur Zeit sind die meisten Schulen vernetzt bzw. werden in naher Zukunft mit einem modernen Netzwerk ausgestattet. Jedoch wird diese Infrastruktur nur in den wenigsten Fällen überhaupt genutzt, hauptsächlich aufgrund der Komplexität der Administration.

Meist werden lediglich einfache Netzwerke mit Arbeitsgruppen betrieben, bei denen Schüler- und Lehrer-Konten entweder auf jedem System einzeln angelegt werden müssen oder es müssen alle Schüler einer Klasse ein Klassen-Account gemeinsam nutzen.

Dienste wie eMail werden von den Lehrkräften über externe Freemailer wie GMX, Hotmail und Co. vereinzelt für die Schüler eingerichtet und hängen nur von dem freiwilligen Einsatz der Lehrkräfte ab. Eine temporäre Sperrung des Internet-Zugangs für Schüler kann in der Regel nicht vorgenommen werden und Benutzerprofile auf dem Server stellen die Ausnahme dar.

Gründe dafür liegen eindeutig in der Überforderung der Lehrkräfte bei der Administration von Computern und Netzwerken mit den herkömmlichen Werkzeugen. Dem Lehrpersonal kann es nicht zugemutet werden, sich neben einem vollen Arbeitspensum noch zusätzlich in die komplexe Bedienung solcher Systeme und den Aufbau von Netzwerken einzuarbeiten, da es einerseits an Zeit, andererseits an Know-How fehlt.

Verzeichnisdienste an Schulen

Im Rahmen eines Forschungsprojektes der FH Gelsenkirchen unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Cramer und in Zusammenarbeit mit dem Referat Schule der Stadt Gelsenkirchen werden die Einsatzmöglichkeiten der Verzeichnisdienste an den Schulen in Gelsenkirchen erforscht und deren Einsatzfähigkeit erprobt.

Hierzu werden die verschiedenen Standorte der Schulen mit einem zentralen Supportzentrum über VPNs verbunden, so dass zentrale Dienste wie Mail, Webservice dort gehostet und lokale, bandbreitenhungrige Dienste wie Internet-Proxy, Dateiserver und Domänenkontroller (Authentifikation in Windows-Netzwerken) in den Schulen lokal gehalten und doch zentral wie lokal administriert werden können. Abb.1 zeigt einen schematischen Aufbau der Infrastruktur.

Netzwerkinfrastruktur der Gelsenkirchener Schulen und des Supportzentrums
Abbildung 1 Beispiel einer Netzwerkinfrastruktur zwischen dem Supportzentrums und eines Schulträgers(vergrößern)

 

Einfache Administration von IT-Diensten

Schwerpunkt der Entwicklung liegt in einer einfach zu bedienenden Webschnittstelle zu den Verzeichnisdiensten, welche es den Lehrkräften in den Schule ermöglichen soll, gewisse IT-Dienste für die Schüler selbstständig und in einfacher Weise administrieren bzw. steuern zu können.

Hintergrund dieses Vorhabens ist es, den 2nd-Level-Support des Supportzentrums durch die, von den Lehrkräften vor Ort (1st-Level-Support) viel effizienter und schneller durchzuführenden Aufgaben zu entlasten, indem dem Lehrpersonal Werkzeuge an die Hand gegeben werden, die die komplizierte Technologie der IT-Dienste verstecken und einfach Bedienung ermöglichen.


Hierzu wurde ein Prototyp auf Basis von OpenSource-Komponenten entwickelt, welcher den Lehrkräften eine einfache, intuitive Webschnittstelle zur Steuerung diverser IT-Dienste wie bspw. E-Mail, Internet, Webserver und Fileserver für Schüler, Lehrkräfte, Klassen und Kurse zur Verfügung stellt. Abb. 2 zeigt den Prototypen.

Screenshot des Schülerkontenmanagers
Abbildung 2 Screenshot der Klassenverwaltung des Schülerkontenmanagers (vergrößern)

Über eine einfache Verwaltung der Schüler, Lehrkräfte, Klassen und Kurse werden bei den unterschiedlichesten IT-Diensten Benutzer-Konten und Gruppen angelegt und diese können dann durch einfach Klicks in der Webseite gesteuert werden (bspw. Sperren des Internet-Zugangs eines Schülers, Deaktivieren der Windows-Anmeldung für einen Schüler, Herunterfahren eines Schüler-PCs usw.).

Um nicht jedes Schuljahr neue Schülerkonten und deren Klassenzugehörigkeit von Hand anlegen zu müssen, können vorhandene Schülerdaten aus den Schulverwaltungsystemen mittels Textdateien (CSV-Dateien) importiert werden.

Das System bietet ein rollenbasiertes Berechtigungskonzept, sodaß Lehrkräften spezielle Aufgaben und Rollen zugeteilt werden können (bspw. der Schul-Administrator legt Schüler an, der Kurse-Administrator kann Schülern Kursen zuordnen usw.). Auch mehrere Rollen können von einer Person angenommen werden bzw. zugeteilt werden.


Gegenwärtig wird die Möglichkeit evaluiert, die ersten Schulen im Testbetrieb an Verzeichnisdienste anzuschließen und die Webschnittstelle im Alltagsbetrieb zu erproben, um Erfahrungen für den weit reichenden Einsatz in den Gelsenkirchener Schulen zu erhalten und Optimierungen sowie Verbesserungen einfließen zu lassen.

Kontakt

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an:

 
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